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Die Entstehung des Namen „Kanzelhof“ dürfte auf eine schon viel früher erwähnte, heute verschollene Ortschaft  „Kanzel-Mühle“ zurückgehen. Diese wird erstmals 1258 im Zusammenhang mit dem Nachbarhof in Achau, dem Riedenhof erwähnt.
Es soll hier 1456 der heilige Johannes Capistran gegen die Türken gewettert haben, diese „Predigt“ könnte auch zur Namensgebung beigetragen haben.

Fest steht, dass Joseph Schmid I 1856 zuerst die Kanzelmühle und 1860 dann den Hof von Familie Haubner kaufte.In den darauffolgenden Jahren wurde die Mühle modernisiert und die Jahreskapazität ausgebaut.
Sein Sohn, Joseph Schmid II, errichtete dann die Stallungen auf Gut Kanzelhof wo sich nun das Biokontor und der Reitstall befinden. Somit war auch der Grundstein für die Tierhaltung gelegt.

Der Sohn Josephs II, Arthur Schmid I, baute die Wertschöpfung der Landwirtschaft aus, indem er als Vorstand des Pomologenvereins 1893 die erste und größte Zwergobstbaumschule der Monarchie,  die Zwergobstbaumschule „Kanzelhof“ Schmid,  gründete. Er vergrößerte auch das Gutshaus und um das Haus entstand ein großer Park mit vielen exotischen Bäumen, einem Glas- und Palmenhaus.

Am Ende des 19. Jahrhunderts waren viele Mühlen entlang der Schwechat im Besitz der Familie, was man auch gut an den Namen dieser Mühlen sehen kann: Kanzelmühle, Schmid-Mühle Unterlanzendorf, Schmid-Mühle Gut Laurenzer Freimühle und die Jesuitenmühle. Über die Jahre wurden diese Mühlen jedoch verkauft und die Landwirtschaft entwickelte sich zum Hauptstandbein.

Arthur Schmid II war eine Zeit lang Bürgermeister von Maria Lanzendorf, davon zeugt die Arthur Schmid-Gasse. Seine Frau Friederike führte dann den Betrieb durch die Wirren des zweiten Weltkriegs und die Besatzungszeit. Leider wurde während dieser Zeit auch hier sehr viel zerstört, sodass das zum Hof gehörige Arbeiterhaus mit den Jungviehställen, der sogenannte „Ernsthof“, bis auf die Grundmauern verwüstet wurde. Auf diesem „Ernstacker“ befindet sich heute eine Siedlung.

Arthur Schmid III konnte die Landwirtschaft weiter vergrößern, als er nach dem Krieg die Möglichkeit bekam Flächen in Rechnitz und den Gutshof Trausdorf im Burgenland zu pachten. Die Gutspachtung in Trausdorf gibt es heute noch, sie ist der operative Standort der Landwirtschaft, dort befinden sich alle Maschinen und der Hof mit den Stallungen dient als  Winterquartier für unsere Rinder.

Arthur IV wiederum kaufte landwirtschaftliche Flächen hinzu und ließ den Betrieb somit weiter wachsen. Aus wirtschaftlichen Gründen beschloss er in den siebziger Jahren mit der Viehzucht auf Gut Kanzelhof aufzuhören, die Stallgebäude wurden als Reitstall verpachtet.

Arthur V beschließt 2006 diese Pachtung wieder zurückzunehmen und den Reitstall nach umfangreichen Renovierungsarbeiten als reinen Einstellbetrieb selbst zu führen. 2008 wird  Gut Kanzelhof ein Biobetrieb, 2011 werden die ersten Black Angus Rinder gekauft, die von Frühjahr bis Herbst auf wunderschönen Weideflächen in der Sulz (Burgenland) und im Winter auf dem Hof in Trausdorf leben. Im Herbst 2012 wurde mit den Umbauarbeiten für das Biokontor in einem Teil der Stallgebäude begonnen, das Geschäft konnte dann im Juli 2013 eröffnet werden.